Publikationen

Einband Sammelband heteronome Texte

Heteronome Texte

Kommentierende und tradierende Literatur in Antike und Mittelalter

Herausgegeben von: Katharina Bracht, Jan Dirk Harke, Matthias Perkams und Meinolf Vielberg

,Heteronome Texte‘ sind Texte, die bewusst in Abhängigkeit von und, damit verbunden, in eine je aktualisierende Auseinandersetzung mit alten, autoritativen und kanonischen Texten treten. In Antike und Mittelalter haben solche Texte einen wesentlichen Beitrag zur Herausbildung der geistigen Grundlagen Europas geleistet, indem sie durch die Auswahl und Verarbeitung auf verschiedenen Ebenen – wissenschaftlich, kulturell, formal, ästhetisch – eine ihnen eigentümliche ,Autonomie‘ ausbildeten und so die Entwicklung und Entfaltung der in den Vorlagen enthaltenen Wissenschaftsgebiete, kulturellen Traditionen und religiösen Vorstellungen entscheidend förderten. Dieser Prozess betrifft Philosophie und Literatur, Jurisprudenz und Medizin ebenso wie die Theologie der abrahamitischen Religionen.

Gleichwohl sind die verschiedenen Textformen dieser Gruppe – Kommentare, Paraphrasen und Synopsen ebenso wie Handbücher, Lexika, Chroniken, Epitomen, Anthologien, wiedererzählte Romane und selbst Übersetzungen – bisher nicht unter dem sie verbindenden Aspekt der Heteronomie wahrgenommen worden.

Zum Verlag

Bild_conference report

Weitere Publikationen

  • Katharina Bracht, Ein Text – zwei Autoren. Zur Originalität heteronomer Texte in der Spätantike, in: Meister, Jünger, Rebellen. Nachfolge und Widerspruch (akolouthesis und enantiosis) im Spiegel der Zeiten, hg. v. Oliver Ehlen, Roderich Kirchner, Judith Steiniger und Christian Tornau, Themes and Forms in Graeco-Roman Literature 2, Tübingen: Mohr Siebeck 2024, 155–176.
  • Katharina Bracht, Methodius’ De lepra as a Heteronomous Text, in: Katharina Bracht, Anna Jouravel und Janina Sieber (Hgg.), Methodius of Olympus: De lepra. Interdisciplinary Approaches, Texte und Untersuchungen, Berlin: de Gruyter 2024, 55–73.
  • Susanne Daub, Mittelalterliche Frömmigkeit in modernem Gewand: Matteo Rontos Marienhymnus „O Dei salue genitrix beata“, Archiv für Liturgiewissenschaft, Bd. 66 (2024).
  • Jan Dirk Harke, Die versteckte Demontage eines großen Vorgängers. Ulpian und Sabinus zur Fundunterschlagung, in: Ehlen u.a. (Hg.), Meister, Jünger, Rebellen, Tübingen 2024, S. 81-94.
  • Jan Dirk Harke, Libri ad edictum - libri ad Sabinum. Zu den sogenannten Kommentaren des Domitius Ulpianus, Berlin/Boston (de Gruyter) 2022.
  • Jan Dirk Harke, Die Ordnung des ulpianischen Ediktskommentars, in: ders., Pflicht und Freiheit des Erblassers. Pflichtteil und Wahnsinnsfiktion im klassischen römischen Erbrecht, Frankfurt/New York (Campus) 2023, S. 167-189.
  • Sophie Marshall, Ne sint mîna noh tîdi cumana. Zur Produktivität eines biblischen Widerspruchs im ‚Heliand‘, in: Altsächsisch. Beiträge zur altniederdeutschen Sprache, Literatur und Kultur, hg. von Norbert Kössinger, Berlin/Boston, erscheint 2025 (Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde 146).
  • Sophie Marshall, Die trügerischen Bilder. Zu Notkers Umgang mit ‚Consolatio‘-Gedichten, in: Notker der Deutsche von St. Gallen. Beiträge der internationalen Fachtagung in der Stiftsbibliothek St. Gallen anlässlich des 1000. Todestages, hg. von Elke Krotz, Norbert Kössinger, Stephan Müller u. Andreas Nievergelt, Berlin/Boston, erscheint 2025 (Lingua Historica Germanica).
  • Mehner, A./ Schmidt, R./ Viola, D., Tagungsbericht: (Re)Create: Towards a Theory of Heteronomous Texts, in: Hsozkult, 23.01.2025
  • Johanna Schubert, „Anecdotal agon. Using carmina minora as Rhetorical Weapons in Noctes Atticae 19, 9“, in: Margot Neger/Chiara DiSerio (Hgg.): Greek and Latin carmina minora in Context: The Situational Flexibility of Ancient ‘Minor Poetry’ (bei den Hgg. eingereicht).